Z 1A - Zweiradfaszination

Zweiradfaszination
Markus Trafelet
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Kawasaki Z1 (Frankensteins Tochter)
Ihren legendären Beinamen »Frankensteins Tochter« erhielt die Z 900 auf recht dubiosen Umwegen: 2 Tester der Fachzeitung "Motorrad" fuhren im Spätherbst 1975 eine große Feierabendrunde mit der Dauertest-Kawasaki Z 900 und einer Yamaha XS 650.  »Heute habe ich mich gefühlt, als hätte mir Frankensteins Tochter dauernd einen Knüppel ins Kreuz geschlagen«, fasste der Tester Rolf nach seiner Fahrt zusammen. Der Z-900-Test mit der Headline »Frankensteins Tochter« erschien dann in der Motorrad 4/1976 vom 21. Februar.

»Weißt du, was ein Horrortrip ist? Halte den Gasgriff so lange geöffnet, bis 9000/min erreicht sind und schalte dann blitzschnell einen Gang höher – Frankensteins Tochter schlägt dir einen Knüppel ins Kreuz« war damals im Vorspann der Zeitung zu lesen …
Kawasaki Z 1A 1974
Zu dem Objekt Kawasaki Z1 hatte mich mein Bruder aus der Schweiz inspiriert. 1974 hatte ich mir in der Schweiz von der Fa. Läderach in Frauenfeld meine erste Z1 gekauft. Nichts ahnend, was diese Maschine in der Zukunft für einen Wert erfahren wird.

Anfang 2018 erspähte mein Bruder eine zerlegte und unrestaurierte 74er mit fast Nummerngleichheit auf einer Internetplattform. Diese Z1 wird für seinen Sohn Dimi sein. Ich fuhr zum Verkäufer und kaufte die Einzelteile am Niederrhein für ihn. Auf den nachfolgenden Bildern stelle ich den Urzustand dar. Anschliessend beginne ich mit der Restaurierung. Dabei belasse ich es überwiegend bei Fotos mit ein paar Komentaren.
Restaurierung / Vorarbeiten
Bremsscheiben reinigen und überarbeiten.
Alle Gummiteile heiss reinigen und gut austrocknen. Durch die Heisswäsche bekommen die einzelnen Teile wieder ihre Elastizität.
Alle Stahlteile mit Wagner Kaltentroster bearbeiten und sofort trocknen.
Hauptständerschrauben aus VA anfertigen. Da die Gewinde im Rahmen zerstört sind, habe ich mich für das Gewinde M16x1.5 entschieden.
Klein- und Fahrgestellteile wurden mit Glasperlen gestrahl und anschliessend mit einem Dickschichtfüller der Fa. Normfest lackiert. Anschliessend wurden alle Teile einschliesslich Rahmen und Schwinge in der Lackiererei abgegeben. (Schwarz hochglanz)
Beide Kraftstofftanks wurden ebenfalls mit Wagner Entroster behandelt. Anschliessend mit 1K-Versiegelung 2x beschichtet.
Hinterradnabe zerlegen, reinigen und neu lagern. Nabenkörper nach Original nur mit Fliess geschliffen.
Vordere Bremszangen strahlen und neu lackieren.
Vorderradnaben kompl. zerlegt und neu lackiert. Neu gelagert und abgedichtet. Bereit zum Einspeichen.
Abgebrochene Kühlrippen am Zylinderkopf sind kein Grund zur Verzweiflung. Schon gar nicht bei solchen Raritäten.
Aus 4mm dickem Alu werden passende Stücke zugeschnitten. Anschliessend werde ich die Stücke mit WIG anschweissen und schön beiarbeiten.
Am Ersatzzylinder wird das Mass bestimmt um die passende Kolbengröße zu bestellen.
Ein gebrauchter Zylinder war im Lieferumfang der Ersatzteile enthalten. Leider mit einer gewaltigen Scharte durch einen Kolbenbolzensicherungsring. Da ich mit dem 1. Übermasskolben nicht auskomme, werde ich das 2. Mass 67mm wählen.
Alle Ventile werden demontiert und gereinigt. Die Auslassführungen werden alle erneuert. Anschliessend Sitze und Ventile neu gefräst und eingeschliffen.
Leider ein kleiner Totalschaden am Zylinder. Alle 4 Laufbuchsen lose. Zum Glück ist noch ein zweiter Zylinder vorhanden. Aus Laufbuchsenrohlingen der Fa. Kolben Schmidt, werde ich später neue anfertigen und neu einpressen.
Der im Lieferumfang enthaltene Zylinder war leider ein 73er. Kann ich nicht gebrauchen da die Kopfdichtung einteilig ist und der Zylinder ohne O-Ring Nute. 1974 wurde der Zylinder verbessert mit dem O-Ring für den Kettenschacht und der zweiteiligen Dichtung. Deutliche Reduzierung der Dichtprobleme.
Nochmal zur Verdeutlichung:
Links der Z1 73er ohne Nuten. Rechts der 1000er bereits mit Nuten. Also bei 3-2-1 meins einen besorgen.
Gerne hätte ich den Ersatzkopf genommen. Leider sind jedoch alle Führungen ausgeschlagen, Gewinde ausgebrochen und die Ventilsitze so tief eingefräst, dass es nun keine Einstellplatten mehr gibt.
Teile aus der Verzinkerei abgeholt und leicht vorsortiert.
Auch alle Gehäuseschrauben in Kreuz werden verzinkt. Wenn möglich sollten keine Innensechskantschrauben verwendet werden. Nur so kann ein Teil der Orginalität erhalten bleiben.
Kleinteile, Schrauben usw. prüfen und sortieren auf Brauchbarkeit.
Da bei den Ersatzteilen keine Bremsanlage dabei war, musste eine zugekauft werden. Leider in einem dem Alter entsprechenden Zustand.
Hier die bereits aufgearbeitete Anlage mit neuen Kolben und Dichteinheiten.
Fertig und original. Das hat sich gelohnt.
Motorgehäuse und Kopf nach der Dampfbehandlung.
Zylinderkopf mit neuen Ventilführungen.
Vorab schon mal die neu verzinkten Schrauben auf Zuordnung und Vollständigkeit prüfen.
Beide Radbremszylinder stark oxydiert und daher undicht. Ein Rep. Satz ist erforderlich.
Die original Sitzbankschale muss unbedingt erhalten bleiben. Mein Sattler wird sich ihrer annehmen.
Die Handbremszylinder brauchen eine kompl. Überholung. Da sie alle gefressen haben werde ich sie aufreiben und evtl. Manschetten machen lassen, da ich Übermass benötige.

Mein Lackierer ist doch der Beste. Für kleines Geld hat er Rahmen, Schwinge, Mittelständer, 2 Gabeljochsätze und 60 Kleinteile perfekt Hochglanz lackiert. Dank an die Firma Ortmann in Hamm.
Schleifen und pollieren bis der Arzt kommt.
Ein Stück nach dem anderen wird fertig. Ich werde die Aluteile nicht zu extrem pollieren, um den originalen Flair zu behalten. Trotzdem werden sie im laufe der Zeit etwas verblassen da ich keinen Klarlack überziehe.
Tachoringe schleifen und neu lackieren. Um die Gehäuse neu zu verbördeln werde ich ein Werkzeug bauen welches die Sache etwas vereinfacht.
Erste Montage  der Gabel und Schutzblech zur Probe.
Endlich habe ich die Federbeine in Europa-Version bekommen. Diese sind kaum von den originalen Typ zu unterscheiden.
Nur zu gerne würde ich den Motor in diesem Zustand in den Rahmen heben. Vorteil: noch ist er leicht. Nachteil: alle weiteren Aufbauarbeiten sind umständlicher. Grundsätzlich hebe ich alle Motoren mit entsprechenden Hilfsmitteln alleine ins Fahrgestell. Ich brauche dann nur mich in den A.... treten wenn der Rahmen einen Kratzer bekommt.
Gut zu erkennen die neuen Kolben im 2. Übermass.  1.00 mm grösser.
Zylinderkopf geplant, alle Ventilsitze gefräst und Ventile eingeschliffen. Da ein Einlassventil krumm war musste es erneuert werden.
Gleich bekommt das Motörchen seinen geschliffenen Zylinder.
Da der Block von rechts eingebaut wird, habe ich alle Rohre dieser Seite mit aufgeschnittenen Wasserschläuchen geschützt.
Ohne Vorderrad würde mir das Gestell beim Einbau des Motors auf die Schnauze fallen. Also habe ich den Hinterrahmen an der Bühne mit zwei Winkeln verschraubt.
Es läuft, es läuft.
Perfekt und ohne einen Kratzer eingebaut. Der Ersatzkopf kommt wieder runter wenn der originale fertig ist.
Nun alle Befestigungsplatten und Schrauben einsetzten. Unter jeden Schraubenkopf lege ich eine U-Scheibe. Ist zwar nicht original, jedoch es verhindert Kratzer beim Drehen der Schrauben am Lack.
Jetzt alle Befestigungsschrauben mit Drehmoment festziehen. Motor sitzt!
Schon mal probehalber die Hinterradnabe montieren um zu erkennen was noch an Ersatzteile fehlen.
Nahm man früher dicke 630er Ketten, würde heute kein Hersteller mehr diese grossen Brocken verbauen. Heute werden für die doppelte Leistung wesentlich kleinere aber stärkere Ketten eingesetzt. 530er oder sogar 520er.
Gefällt mir sehr gut. Der Nabenkörper wurde nicht polliert sondern mit Flies auf der Maschine geschliffen um die Originalität zu behalten.
binere guetä Mirabelle und  Zigarrä
warten auf Verchromerei
Jetzt geht es an die abgebrochenen Kühlrippen. Zuerst die zugeschnittenen Ecken mit WIG anschweissen.
Sieht ganz ordentlich aus und ist auch durchgebrannt.
Nun mit dem Fräser die Sitze der Flanschmuttern nachfräsen.
Jetzt die Schweissnähte verputzen und beiarbeiten.
Schönheitsreparatur ausgeführt.
Alle bereits festgezogenen Schrauben werden mit einem abwischbaren Edding markiert.
Rücklichtträger lackiert, Kabel neu ummantelt und Stecker mit original Japan-Schutzhülsen versehen.
Fertiges Rücklicht bereit zur Montage. Alles Original!
Blinkergläser im Ultraschallbad gereinigt. Als Reiniger hat sich ein Spülmaschinentaps von Aldi gut bewährt. Ist nicht zu agressiv.
Anschliessend werden die Gläser auf der Polliermaschine mit 2000er Korn aufpolliert. Links vorher. Rechts nachher.
Die Blinkerschrauben werden aus VA-Schrauben angefertigt. Beschriftung abdrehen und anschliessend wieder auf Hochglanz pollieren. Sehen aus wie neu.
         Morgen Verchromerei anrufen       
Fehlende Distanzhülse anfertigen.
Unbearbeitete Vergaseranlage
Vergaser Z1
Aus diesem haufen Elend kann man nicht mehr viel gebrauchen.
Vier neue Rep. sätz schaffen Abhilfe.
Vergaseranlage nach der Ultraschallreinigung.
Vergaserkappe unbehandelt.
Vergaserkappe nach dem ersten Schliff mit 600er Polierpaste.
Vergaserkappe nach der Glanzpolitur 1500er Paste.
Achtung!! Leider funktioniert dieser Block nicht mehr. Bitte wechsel zu: Kawasaki Z1A Fortsetzung
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