Ölfilter - Zweiradfaszination

Zweiradfaszination
Markus Trafelet
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Ercole
Bedauerlicherweise verfügt der Ercole über keinen externen Ölfilter. Lediglich im Kurbelgehäuse befindet sich ein kleines Filtersieb, welches entfernt und gereinigt werden kann.  Nach Meinung vieler „Experten“ darf deshalb kein Mehrbereichsöl gefahren werden. Dem stimme ich zu, wenn die Wechselinterwalle vom Öl sehr lang sind.
Die Frage ist doch, was haben die Oldtimerschmierstoffe so Besonderes? Zunächst geht es darum, was sie nicht haben: ADDITIVE, die auf die Bedürfnisse moderner Motoren zugeschnitten sind. Bei aktuellen Motoren sind Ölwechsel-Interwalle von 50 000 Km keine Seltenheit mehr. Damit das Öl so lange durchhält, muss es sehr gründlich gefiltert werden, es darf keine Schlammablagerung bilden, muss vor allem im Kurzstreckenbetrieb jede Menge säurehaltige Verbrennungsrückstände aufnehmen und darf natürlich den Katalysator nicht schädigen.
Außerdem muss es im tiefsten Winter möglichst dünnflüssig sein, damit es schnell an alle Schmierstellen kommt. Im Sommer muss der Schmierfilm aber auch bei hohen Temperaturen belastbar bleiben.
Die Bedürfnisse der meisten  Oldtimermotoren sehen ganz anders aus. Jahresfahrleistungen über 5000 Km sind die Ausnahme, die behüteten Klassiker werden im Winter meist gar nicht gefahren und stehen auch im Sommer werktags vorwiegend in der Garage.
Vorkriegsmotoren haben oft überhaupt keinen Ölfilter. Die Motoren sind darauf angewiesen, dass sich Verunreinigungen als Sediment in der Ölwanne absetzen können, wo sie dann bei jedem dritten Ölwechsel mit einem Lappen entfernt werden – also nach knapp 6000 Km. Füllt man in einen solchen Motor ein modernes Öl ein, kann es zum totalen Kollaps kommen: Die waschaktiven Substanzen (Detergentien) des Öls lösen die jahrzehntealten Ablagerungen im Motor und halten sie mit speziellen Additiven, den Dispergentien, in der Schwebe, um sie in einen Ölfilter zu transportieren. Da es aber keinen Ölfilter gibt, werden die Ablagerungen immer wieder durch den gesamten Ölkreislauf gepumpt, wo sie erheblichen Verschleiß verursachen. Es kommt früher oder später unweigerlich zum Ölinfarkt. Die Folge ist, dass der Motor aufwändig überholt werden muss.
Es gibt technische Eckpunkte, die sich auch in den Empfehlungen der Ölhersteller wiederfinden. Hat ein alter Motor keinen Ölfilter und wurde in den letzten Jahren nicht generalüberholt, sollte man ein unlegiertes Öl verwenden. Wurde ein Motor überholt und dabei gründlich von Ablagerungen und Ölkohle befreit, empfehlen sich mild legierte Öle.
Früher waren solche Schmierstoffe ausschließlich als Einbereichsöle erhältlich, z. B. SAE 30, 40, oder 50. Mittlerweile bieten einige  Klassik – Spezialisten unlegierte Mehrbereichsöle an, deren Viskosität mit sogenannten VI-Verbesserern stabilisiert wird. (VI = Viskositätsindex)
Teilweise Auszüge aus Fachliteraturen
Auf der folgenden Seite ist ein ganz einfaches Filtersystem aufgebaut. Der Filter wurde von mir in den Rückstrom gesetzt. Natürlich habe ich den Motor bis auf die letzte Schraube zerlegt und komplett überholt. Lager, Kolben, Ventile, Führungen, Kupplung sowie alle anderen Verschleißteile wurden ersetzt. Der Motor befindet sich im Inneren im Neuzustand. Fast alle meine 4-Takt-Oldtimer fahre ich mit Filtersystem und Mehrbereichsöl.

Durch den Einbau eines externen Ölfilter kann anschließend ein Mehrbereichsöl verwendet werden.
Das Filtersystem wird in den Rücklauf zum Öltank montiert. Benötigt wird lediglich ein kleiner Ölfilter, eine passende Ölfilteraufnahme und ein kurzes Stück eines ölbeständigen Schlauchs. Das Ganze ist recht preiswert. Die vorhandene Ölleitung kann durch eine Biegung als Zulauf zum Filter weiter benutzt werden.
Bei der oben abgebildeten Ölfilteraufnahme handelt es sich um einen Eigenbau von mir. Er kann aber auch in einer etwas größeren Abmessung fertig gekauft werden.
Der Ölfilter hat einen Durchmesser von ca. 50 mm. „Briggs & Stratton“ Preis Netto 10,00 €. Bei dem Preis kann er auch öfter ausgetauscht werden. Es gibt ihn leider nur in Gelb. „Es lebe die Sprühdose“!
Preis für die gesamte Umbauanlage 75,00€

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